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Elektroinstallation in Gelsenkirchen: Wann sich eine Modernisierung lohnt

Drei Anlässe rechtfertigen eine Modernisierung der Elektroinstallation. Erstens: Die Schutztechnik ist nicht auf dem heutigen Stand — kein oder nur ein einzelner Fehlerstrom-Schutzschalter, Steckdosen ohne Schutzleiter, Schraubsicherungen im Verteiler. Zweitens: Die Zahl und Aufteilung der Stromkreise passt nicht mehr zum Alltag. Drittens: Ein Vorhaben steht an — Wallbox, Wärmepumpe, Photovoltaik. In den älteren Beständen Gelsenkirchens, die vielfach aus der Zeit von Bergbau und Industrie stammen, trifft mindestens einer dieser Punkte fast immer zu.

Was Sie ohne Messgerät erkennen

Ein Blick in den Zählerschrank und durch die Räume genügt für eine erste Einordnung:

  • keramische Schraubsicherungen statt Leitungsschutzschalter
  • kein FI/RCD — oder ein einziger für die komplette Wohnung
  • der Verteiler ist voll, kein Platz für Erweiterungen
  • Steckdosen ohne Schutzkontakt
  • eine Steckdose pro Raum, der Rest läuft über Verlängerungen
  • Sicherungen, die bei zwei laufenden Geräten auslösen
  • warme Schalter, dunkle Ränder an Steckdosen

Der letzte Punkt duldet keinen Aufschub. Wärme an einer Kontaktstelle heißt Übergangswiderstand, und der ist die klassische Vorstufe eines Kabelbrands. Alles andere lässt sich planen — das nicht.

Der Engpass im Altbestand: der Zählerplatz

Die Häuser der Zechensiedlungen und der Arbeiterwohnbebauung sind für einen Bedarf gebaut worden, den es so nicht mehr gibt: Licht, Radio, später ein Kühlschrank. Der Zählerschrank spiegelt das. Er ist klein, oft an einer ungünstigen Stelle, häufig ohne jede Reserve.

Das wird zum Problem, sobald Sie etwas dazustellen wollen. Ein moderner Zählerplatz braucht Platz — für den Zähler, für Überspannungsschutz, für FI-Schutzschalter, für Reserveplätze, gegebenenfalls für Technik rund um Photovoltaik oder Ladeinfrastruktur. Wer eine Wallbox plant und einen Zählerschrank aus einer anderen Epoche hat, plant faktisch zwei Maßnahmen, nicht eine.

Der zweite Engpass ist die Bauweise: massives Backsteinmauerwerk. Neue Leitungen unter Putz bedeuten Schlitzarbeiten, und daran hängen Staub, Lärm, Putz- und Malerarbeiten. Die Elektroarbeit selbst ist der kleinere Posten.

Der häufigste Auslöser: neue Technik

Eine Wallbox ist keine Steckdose. Zu klären sind die Leistung des Hausanschlusses, der Platz im Zählerschrank, der Leitungsweg, die Absicherung — und die Abstimmung mit dem Netzbetreiber, für die je nach Leistung Melde- oder Genehmigungspflichten bestehen. Für Wärmepumpen und Photovoltaik samt Speicher gilt sinngemäß dasselbe.

Die richtige Reihenfolge lautet deshalb: erst prüfen lassen, dann kaufen. Ein Elektrofachbetrieb begeht das Objekt und sagt Ihnen, was die Anlage hergibt und was ertüchtigt werden muss. Wer umgekehrt vorgeht, hat im schlechten Fall die Technik im Karton und wartet auf einen Zählerschrank.

Was zur Modernisierung gehört

Typische Bausteine: neuer Zählerschrank mit Reserveplätzen, getrennte Stromkreise für Küche, Bad und Arbeitsbereiche, FI-Schutz für die Endstromkreise, passende Leitungsquerschnitte, Überspannungsschutz, Potenzialausgleich nach heutigem Stand.

Und was Sie mitbestellen sollten, solange die Wände offen sind: Leerrohre. Sie kosten im Zuge der Arbeiten fast nichts. Netzwerkleitungen, eine Reserve zur Garage oder zum Stellplatz, Vorbereitung für spätere Photovoltaik. Der teuerste Meter Kabel ist der, den man nachträglich einzieht.

Bestehen Sie außerdem auf der Dokumentation: aktueller Stromlaufplan, Prüfprotokoll, Bestandsunterlagen. Die brauchen Sie beim nächsten Handwerker, bei jeder Erweiterung und beim Verkauf.

Mieter, Eigentümergemeinschaft, Zuständigkeit

Als Mieter können Sie keine Modernisierung beauftragen — die Anlage gehört zum Gebäude. Sie können und sollten aber Mängel schriftlich melden: fehlender FI-Schutz, warme Steckdosen, ständig auslösende Sicherungen. Der Vermieter schuldet einen vertragsgemäßen und sicheren Zustand; was daraus im Einzelfall folgt, hängt vom Sachverhalt ab. Die schriftliche Meldung ist in jedem Fall der erste und wichtigste Schritt.

In einer Wohnungseigentümergemeinschaft verläuft die Grenze zwischen Sondereigentum und Gemeinschaftseigentum. Was innerhalb der Wohnung liegt, ist meist Ihre Sache; Hausanschluss, Steigleitungen und Zählerplatz betreffen die Gemeinschaft. Für eine Wallbox am Stellplatz brauchen Sie einen Beschluss — stellen Sie den Antrag rechtzeitig vor der Versammlung, sonst verlieren Sie ein Jahr.

Fazit

Erst prüfen lassen, dann bestellen. Beauftragen Sie einen eingetragenen Fachbetrieb, legen Sie die Arbeiten in eine ohnehin geplante Renovierung, ziehen Sie Leerrohre mit, und lassen Sie sich Plan und Prüfprotokoll aushändigen. Im Gelsenkirchener Altbestand ist der Zählerplatz meist der eigentliche Engpass — klären Sie ihn zuerst, dann wird der Rest planbar.

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