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Dach sanieren in Gelsenkirchen: Ablauf, Zeitpunkt und worauf Hausbesitzer achten

Eine Dachsanierung startet mit einer Begehung durch einen Fachbetrieb — von außen und aus dem Dachraum — und endet mit einer schriftlichen Abnahme. Dazwischen: Gerüst, Abbruch der alten Deckung, Prüfung des Dachstuhls, Dämmung, neue Eindeckung, Klempnerarbeiten. In Gelsenkirchen lohnt zusätzlich ein Blick auf zwei Dinge, die es so nicht überall gibt: den außergewöhnlich gemischten Bestand aus der Bergbau- und Industriezeit und die Frage, ob das Gebäude in der Vergangenheit Bewegungen mitgemacht hat.

Der Bestand: Zechensiedlung, Gründerzeit, Nachkriegsbau

Gelsenkirchen ist mit dem Steinkohlenbergbau groß geworden. Was davon geblieben ist, steht bis heute: Zechensiedlungen und Arbeiterwohnhäuser aus der Zeit der Industrialisierung, Gründerzeitbauten, dazu umfangreicher Wohnungsbau der Nachkriegsjahrzehnte und neuere Quartiere. Die vorherrschende Bauweise ist Backstein.

Für die Dachsanierung heißt das vor allem eines: Es gibt kein Standarddach in dieser Stadt. Sie treffen auf sehr unterschiedliche Dachstühle, Neigungen, Aufbauhöhen und Vorzustände — je nachdem, wann gebaut und wie oft schon repariert wurde. Alte Siedlungshäuser haben oft knappe Sparrenquerschnitte und wenig Aufbauhöhe, was für die Dämmung eine echte Planungsfrage ist. Wer hier mit einer Faustregel arbeitet, liegt daneben.

Ein zweiter Punkt: In vielen Siedlungen aus der Bergbauzeit ist die Bebauung einheitlich, und Teile davon stehen unter Denkmalschutz oder in Bereichen mit Gestaltungsvorgaben. Wo das der Fall ist, sind Ziegelform, Farbe, Material sowie Dachfenster und Gauben womöglich genehmigungspflichtig. Fragen Sie bei der Stadt nach, bevor Sie Material bestellen — nicht danach.

Die Frage nach Setzungen und Bergschäden

In Teilen des Ruhrgebiets sind Bodenbewegungen aus der Zeit des Bergbaus ein bekanntes Thema. Ob und in welchem Umfang ein konkretes Grundstück betroffen ist, lässt sich pauschal nicht sagen — das ist eine Frage für die zuständige Bergbehörde und gegebenenfalls für ein Sachverständigengutachten, nicht für einen Ratgeber.

Für Sie als Hausbesitzer ist der praktische Punkt ein anderer: Wenn ein Gebäude sich bewegt hat, sieht man das am Dach mit. Risse im Mauerwerk, klemmende Türen, Verformungen am Dachstuhl, wiederkehrende Undichtigkeiten an denselben Stellen — das sind Hinweise, denen man vor einer Sanierung nachgehen sollte. Denn ein neues Dach auf einem Gebäude, das sich noch bewegt, ist eine Investition mit begrenzter Halbwertszeit. Sprechen Sie den Dachdecker darauf an; ein erfahrener Betrieb in dieser Region kennt die Frage und sagt Ihnen, ob ein Statiker oder Sachverständiger dazu sollte.

Der Ablauf und die Positionen im Angebot

Die Reihenfolge: Gerüst, alte Deckung und Lattung ab, Dachstuhl prüfen und schadhafte Hölzer tauschen, Unterdeckung, Konter- und Traglattung, Dämmung, Eindeckung, Rinnen und Anschlüsse, Abnahme.

Suchen Sie im Angebot ausdrücklich nach:

  • Gerüst mit Aufbau, Standzeit und Abbau
  • Entsorgung des Altmaterials, gesondert ausgewiesen
  • Notabdeckung bei Regen und über Nacht
  • Sturmsicherung der Deckung, nach Berechnung statt nach Gefühl
  • Dämmaufbau mit Angabe der Konstruktion
  • Vorgehen bei versteckten Schäden, die erst beim Öffnen sichtbar werden

Der letzte Punkt ist bei Gebäuden dieses Alters der Regelfall. Lassen Sie sich sagen, wie damit umgegangen wird — sonst haben Sie am Ende einen Nachtrag statt einer Vereinbarung.

Wetter und Zeitpunkt

Das Ruhrgebiet liegt klimatisch im gemäßigten, atlantisch beeinflussten Bereich: milde Winter, kühle Sommer, Niederschlag über das Jahr verteilt. Lange Frostperioden, die eine Baustelle blockieren, sind selten. Das verlängert das Zeitfenster — der begrenzende Faktor ist der Regen, und der ist in keiner Jahreszeit ausgeschlossen.

Die Folge für die Planung: Die verlässlichste Phase liegt zwischen Frühjahr und Frühherbst, und genau dann sind die Betriebe voll. Fragen Sie im Winter an, wenn Sie im Sommer saniert werden wollen. Wer im Mai anruft, plant faktisch für den Herbst oder das Folgejahr.

Dämmung nicht auf später verschieben

Wenn die Fläche ohnehin offen liegt, ist der Moment für die Dämmung. Später nachzurüsten bedeutet, ein zweites Mal zu gerüsten — das ist der teuerste Weg. Welche Anforderungen bei Ihrem Sanierungsumfang greifen, klärt der Fachbetrieb oder eine Energieberatung vorab. Bei den knappen Aufbauhöhen mancher Siedlungshäuser ist die Konstruktion eine Planungsaufgabe und keine Katalogentscheidung.

Fazit

Prüfen lassen statt schätzen: Dachstuhl, Genehmigungslage, und bei Auffälligkeiten am Gebäude auch die Frage nach Setzungen. Achten Sie auf eine berechnete Sturmsicherung, auf eine ausgewiesene Entsorgung und auf eine klare Regelung für versteckte Schäden. Und buchen Sie früh — das Zeitfenster im Ruhrgebiet ist lang, die Auftragsbücher sind es auch.

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